Nach langer schwerer Krankheit starb Renate Gelmroth am 29. Dezember 2021, nur drei Wochen nach ihrem 69. Geburtstag.

Alle Tiefengrubener wissen: Ohne Renate wäre ihr Dorf  nicht das, was es heute ist.

Von 1988 bis 1994 war Renate Gelmroth Bürgermeisterin in Tiefengruben, die letzte hauptamtliche vor der Eingemeindung des Ortes nach Bad Berka. Dabei setzte sie sich in einzigartiger Weise und weit über das „normal dienstliche Maß“ hinaus für die Weiterentwicklung und den Ausbau des denkmalgeschützten Rundplatzdorfes ein. In der Zeit unmittelbar nach der Wende, wo jeder alle Möglichkeiten ausschöpfen wollte, war das alles andere als einfach. Doch mit ihrer Begeisterung riss sie die anderen mit, mit ihrer Hartnäckigkeit fand sie Partner und Fördertöpfe und sensibilisierte die Tiefengrubener für die erhöhten Anforderungen des denkmalgerechten Umbaus ihrer Anwesen. Unter ihrer Federführung entstand das Vereinshaus und das heutige Bürgerhaus erfuhr eine erste Sanierung mit Umbau zur Gaststätte. Mit Renate Gelmroth an der Spitze holten sich die Tiefengrubener mehrere Jahre hintereinander im Thüringer Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ eine Goldmedaille, 1993 im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ schließlich die erste Silbermedaille.

Auch das Vereinswesen kurbelte Renate Gelmroth im Dorf an. Wohl wissend, dass die Streuobstwiesen rund um das Dorf ein besonderer Schatz sind, initiierte sie  1992 die Gründung des Obstbauvereins Tiefengruben, den ersten Obstmarkt und das Anlegen des Lehrpfades auf dem Wiesenring. Der Feuerwehrverein Tiefengruben trägt ebenfalls Renates Handschrift. In beiden  Vereinen war sie bis wenige Jahre vor ihrem zu frühen Tod aktiv.

Doch auch über die Grenzen Tiefengrubens hinaus setzte die ehemalige aktive Ortsbürgermeisterin bleibende Akzente. Sehr um den Aufbau der touristischen Infrastruktur im damaligen Kreis Weimar bemüht, hob sie 1990 mit mehreren anderen Bürgermeistern des Südkreises den Fremdenverkehrsverband Weimarer Land aus der Taufe und war für einige Jahre dessen erste Vorstandsvorsitzende. Ehrenamtlich wirkte sie auch in Ausschüssen des Bad Berkaer Stadtrates mit und immer setzte sie sich uneigennützig für andere ein.

Für ihr großes Engagement zur Entwicklung der Gemeinde Tiefengruben und des Südkreises Weimar wurde Renate Gelmroth zum 13. Heimattag des Kreises Weimarer Land am 27. Mai 2009 mit dem Kreisheimatpreis geehrt.

Die Tiefengrubener danken Renate Gelmroth von Herzen und werden sie nicht vergessen.