Obstbauverein Tiefengruben e.V.

Ziele

Schon seit Jahrhunderten ist Tiefengruben für sein gutes Obst bekannt. Aus einer Verfügung des  Jahres 1705 geht hervor, dass jeder neue Nachbar im Ort „zum Nutzen und Frommen der Allgemeinheit“ zwölf Obstbäume zu pflanzen hatte. Im 19. und beginnenden 20. Jh. gehörten die Tiefengrubener stets zu den Preisträgern bei den regelmäßig in Weimar und der Region stattfindenden Obstsortenschauen und –präsentationen.

Auch heute hat sich der Obstbauverein Tiefengruben e.V. die Förderung, Erhaltung und Pflege der Streuobstwiesen und des heimischen Obstbaues unter ökologischen Gesichtspunkten auf die Fahnen geschrieben.

Weitere Anliegen des Vereins:

  • Interessenvertretung der Mitglieder
  • Förderung des fachlichen Wissens und Könnens von Mitgliedern und Interessierten durch:
    • Fachvorträge und Exkursionen
    • Lehrvorführungen bei Obstbaumschnitt und Veredelungen
    • Erfahrungsaustausch
  • Bewahrung alter Obstbaumbestände und Sorten
  • Landschaftspflegerische Maßnahmen zum Erhalt der natürlichen Lebensräume und ihrer Artenvielfalt, Umwelt- und Landschaftsschutz
  • Traditions- und Heimatpflege, geselliges Beisammensein
  • Austausch über Verarbeitungsmöglichkeiten von Obst und Gemüse sowie von raffinierten Rezepten
  • Vermarktung des biozertifizierten Obstes und Organisation des jährlichen Obstmarktes in Tiefengruben

Kontakt:

Volker Tänzer,

Monika Möhler

Wir erinnern

Ehrendes Andenken für Monika Möhler (1956 – 2020)

Die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Ehrenmitglieds Monika Möhler hat der gesamte Obstbauverein Tiefengruben mit tiefer Erschütterung aufgenommen. Wir alle sind sehr traurig.

Seit vielen Jahren prägte die Obstbauexpertin und Fachbereichsleiterin Obstbau vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau Erfurt die Arbeit unseres Tiefengrubener Vereins. In ihrer fröhlichen, unkomplizierten und zupackenden Art war sie immer sofort zur Stelle, wenn wir ihren Rat und ihre Hilfe brauchten, sei es bei der Auswahl zur Neupflanzung geeigneter Bäume, beim Schneiden komplizierter Exemplare, bei Anregungen wie z.B. zur Rettung der Wildbienen oder bei fachlichen Formulierungen verschiedener Texte. Unvergessen sind ihre wunderbar anschaulichen, wissenswerten und lebendigen Kurse beispielsweise zum Veredeln und Pflanzen sowie ihre Baumschnitt-Aktionen, die gemeinsam mit ihrem Mann Matthias vor Ort auf unseren Streuobstwiesen stattfanden.  Auch ein Obstmarkt ohne Sortenbestimmung durch die in der Fachwelt hochanerkannte Obstbauexpertin Monika Möhler ist für uns schwer vorstellbar.

Die denkmalgeschützten Streuobstwiesen und Gärten rund um Tiefengruben tragen ihre Handschrift. Hier hat Monika ihre Spuren hinterlassen. Der Obstbauverein Tiefengruben e.V.  wird seine Arbeit im Sinne von Monika Möhler fortsetzen und ihr Andenken damit bewahren.

Danke Monika!

Aktivitäten

Neues Domizil für Fledermäuse in Tiefengruben

Über drei Jahrzehnte fristete das kleine Wiegehäuschen am Dorfteich Tiefengruben ein unscheinbares Dasein. Errichtet wurde es 1962 von der damaligen LPG Tiefengruben als Fuhrwerkswaage, um das Gewicht der Feldfrüchte zu erfassen, die mit den Erntewagen eingefahren wurden. Doch schon mit der Inbetriebnahme der neuen größeren Waage am Ortseingang in den 1980er Jahren verlor das kleine Häuschen in der Dorfmitte an Bedeutung.

Nun erhielt es eine neue Bestimmung: Am 8. August 2020 wurde das Wiegehäuschen als Fledermaushotel eröffnet.

Der Umbau fand unter Federführung des Tiefengrubener Ortschaftsrates und des Obstbauvereins statt. Mitglieder des Obstbauvereins leisteten viele ehrenamtliche Stunden, um die Fassade neu zu verputzen, innen und außen zu streichen und den fledermausgerechten Innenausbau zu erledigen. Fachliche Unterstützung erhielten sie von der Stiftung Fledermaus in Erfurt und Familie Locke aus Bad Berka. Die Stadt Bad Berka half insbesondere mit Leistungen des Bauhofes und ließ eine neue Außentür anfertigen.

Eine Schautafel am Haus vermittelt Wissenswertes über die Geschichte des einstigen Wiegehäuschens, seine neue Funktion sowie über Lebensweise, Eigenarten und Besonderheiten von Fledermäusen.

Gut zu wissen:

Fledermäuse sind schon lange in Tiefengruben heimisch. Sie gehören zum Dorf wie die Streuobstwiesen rundherum. Durch Ausbau und Modernisierung der alten Gemäuer verlieren sie aber immer mehr Lebensraum. Ein Stückchen wird ihnen nun mit dem neuen, fledermaus-gerecht ausgebauten Domizil zurückgegeben. Besonders positiv ist dabei der Standort unmittelbar am Dorfteich, der gleich für notwendiges Futter sorgt.

 

Aktion Retter der Bienen

Die Resonanz war großartig. 37 Erwachsene und 24 Kinder – größtenteils Tiefengrubener – folgten der Einladung des Obstbauvereins Tiefengruben e.V. zum Bau von Insektenhotels.

Wozu brauchen wir überhaupt derartige Nisthilfen? Wer besiedelt sie? Wie müssen sie gebaut sein, wo sollten sie aufgestellt und wie gepflegt werden? Antworten auf diese und viele andere Fragen gab zunächst Monika Möhler, Fachbereichsleiterin Obstbau an der Lehr- und Versuchsanstalt Erfurt, in einem sehr interessanten Einführungsvortrag, der sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen gleichermaßen fesselte.

Eine große Anzahl an Insekten und Wildbienen – wie die gehörnte oder die rostrote Mauerbiene, Seiden-, Masken- oder Scherenbienen – finden angesichts zunehmender Versiegelung keinen Wohnraum mehr. Für die Natur, auch für die Gärten und Streuobstwiesen rund um Tiefengruben, sind sie aber besonders wichtig. Da bereits im März noch bei geringeren Temperaturen als bei den Honigbienen ihre Hauptflugzeit beginnt, ist es also höchste Zeit, jetzt neuen Wohnraum für sie zu schaffen.

Nach der Klärung aller theoretischen Fragen ging es mit großem Eifer an den Bau der Insektenhotels. Mehr als zwei Stunden wurde gesägt, gebohrt, geschliffen und gefeilt. Der Obstbauverein hatte gemeinsam mit dem Tischler und Holzexperten Christoph Schubert aus Weimar 30 Bausätze vorbereitet, die alle Teilnehmer mit geeignetem Nistmaterial befüllten. Hohle Bambusstäbe wurden auf die richtige Länge zurecht gesägt und das Einflugloch ganz glatt geschliffen, damit sich die neuen Bewohner beim Einflug nicht verletzen, Hartholzrollen mit langen Bohrlöchern versehen, Forsythien- und Holunderäste eingebaut.

Monika und Matthias Möhler hatten von der Lehr- und Versuchsanstalt Erfurt für jedes neu entstehende Insektenhotel gleich die ersten Mieter mitgebracht. Jede Familie erhielt einige bereits mit Wildbienen besetzte Röhren zum Einbau. Stärken konnten sich die fleißigen Baumeister zwischendurch bei einer Honigverkostung, die Imker und Vereinsmitglied Steffen Hegner in der Backstube des Tiefengrubener Bürgerhauses vorbereitet hatte.

Am Ende waren alle Insektenhotels vergeben. Sie erhalten nun in den Gärten und Streuobstwiesen der Teilnehmer einen geeigneten sonnigen Platz, der nach Süden ausgerichtet sein sollte. Auch die Kinder wissen, dass sich in der Nähe eine Stelle mit etwas Wasser oder feuchter Erde befinden sollte, damit die Insekten ihre neuen Wohnungen schnell verschließen und so ihre Brut vor Parasitenbefall schützen können. In den nächsten Monaten werden auch noch geeignete gut blühende Büsche und Gehölze als zusätzliche „Futterspender“ gepflanzt.

Alle Teilnehmer werden nun gespannt die Bewegungen in ihren Insektenhotels verfolgen. Da die Wildinsekten solitär leben und keine Wächterbienen vor ihren Häusern aufstellen, kann man getrost nahe herantreten und aufmerksam beobachten.

Mit dieser Aktion bewirbt sich der Obstbauverein Tiefengruben e.V. an der vom Thüringer Infrastrukturministerium und Landesimkerverband ausgerufenen Aktion „Retter der Bienen“.

 

Brunnenfestumzug 2019

Mit einem überdimensional großen fahrenden Insektenhotel nahmen Mitglieder und Freunde des Obstbauvereins Tiefengruben e.V. am 16. Juni 2019 am großen Brunnenfest-Umzug in Bad Berka teil. Der Festumzug war Teil der Feierlichkeiten zum 900jährigen Jubiläum der Ersterwähnung Berkas. Mit ihrem Wagen präsentierten die Aktiven ihren Bad Berkaer Ortsteil Tiefengruben und unterstrichen mit der Wahl des Themas, welche Bedeutung der Schutz von Wildbienen für den Obstbau im Ort hat. Mehr als 10 Vereinsmitglieder hatten viele ehrenamtliche Stunden zum Aufbau des Festwagens investiert. Dank gilt insbesondere der Firma Assmann Metallbau Zaun + Tor für die Bereitstellung und das Fahren des Umzugswagens.

 

Tiefengrubener erhalten Auszeichnung: Bienenfreunde Thüringen 2018

Anlässlich der Grünen Tage Thüringen auf der Erfurter Messe wurde  der Obstbauverein Tiefengruben e.V. gemeinsam mit mehreren Helfern aus dem Dorf und dem Umland am 21.9.2018 mit der Auszeichnung „Bienenfreunde Thüringen 2018“ geehrt. Mit dieser Ehrenplakette würdigte die damalige Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller das Engagement der Tiefengrubener für ihren Einsatz zum Erhalt  von Wildbienen und bestäubenden Insekten für die Natur.

Vorausgegangen war im Frühjahr 2018 eine große Aktion des Obstbauvereins Tiefengruben e.V. zur Rettung der Bienen und Wildinsekten. Dazu hatte der Verein bereits im Februar interessierte Familien in das Bürgerhaus geladen. Bevor es ganz praktisch an den gemeinsamen Bau von Insektenhotels ging, verfolgten 37 Erwachsene und 24 Kinder zunächst den sehr interessanten und lebendigen Fachvortrag von Monika Möhler (†) vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau Erfurt. Mehr als zwei Stunden wurde anschließend gesägt, gebohrt, geschliffen und gefeilt. Der Obstbauverein hatte gemeinsam mit einem Tischler 30 Bausätze vorbereitet, die alle Teilnehmer mit geeignetem Nistmaterial befüllten. Hohle Bambusstäbe wurden auf die richtige Länge zurecht gesägt und das Einflugloch ganz glatt geschliffen, damit sich die Wildbienen nicht verletzen. Hartholzrollen erhielten lange Bohrlöcher, Forsythien- und Holunderäste wurden eingebaut. Für die ersten Mieter sorgten einige Bambusröhren, die schon mit Wildinsekten belegt waren.

Am Ende nahm jede Familie ihr Insektenhotel mit nach Hause und platzierte es im heimischen Garten, auf der Streuobstwiese oder an einem anderen geeigneten sonnigen Platz, der nach Süden ausgerichtet sein sollte. Alle hatten auch gelernt,  dass sich in der Nähe eine Stelle mit etwas Wasser oder feuchter Erde befinden sollte, damit die Insekten ihre neuen Wohnungen schnell verschließen und so ihre Brut vor Parasitenbefall schützen können.

Der ersten Aktion folgten inzwischen weitere Initiativen zum Schutz der Wildbienen und -insekten, darunter die Pflanzung geeigneter, gut blühender Büsche und Gehölze als zusätzliche „Futterspender“.

Gut zu wissen:

  • Eine große Anzahl an Insekten und Wildbienen – wie die gehörnte oder die rostrote Mauerbiene, Seiden-, Masken- oder Scherenbienen – finden angesichts zunehmender Versiegelung keinen Wohnraum mehr. Für die Natur, auch für die Gärten und Streuobstwiesen rund um Tiefengruben, sind sie aber besonders wichtig und brauchen unsere Förderung.
  • Da die Wildinsekten solitär leben und keine Wächterbienen vor ihren Häusern aufstellen, kann man getrost nahe herantreten und aufmerksam beobachten.