Entdecken und Lernen

Unterwegs auf dem Obstlehrpfad

 

Vielfalt erleben

Wussten Sie, warum das Obst der Tiefengrubener Streuobstwiesen so besonders gesund, welches Tier am engsten mit der Fledermaus verwandt ist oder wie viele Blüten ein Bienenvolk täglich anfliegt?  Antwort auf diese und viele andere Fragen gibt der Lehrpfad in Tiefengruben. Er befindet sich auf dem Ringweg, der sich durch die Streuobstwiesen rund um Tiefengruben zieht. Große Schautafeln enthalten viele wissenswerte Informationen  u.a. zur kulturhistorischen Nutzung der Streuobstwiesen, zu Blüten, Bienen, Vögeln und Fledermäusen, zur Geologie Tiefengrubens, zur Verarbeitung des gesunden Obstes und vieles mehr.

Außerdem sind rund 40 der insgesamt 80 Kernobstsorten entlang des Ringweges gekennzeichnet. Jeweils am Stamm der Bäume befinden sich Kärtchen mit Namen und Kurzinformationen zur Herkunft der Obstsorte, ihrer Pflück- und Genussreife sowie einer kurzen Beurteilung.Ein Insektenhotel bietet kleine „Wohnungen“ für viele Nützlinge, unter ihnen Mauerbienen, Marienkäfer, Florfliegen, Tausendfüßer, Hummeln, Wespen, Rotpunktkäfer und viele andere kleine Bewohner.  Das „Hotel“ ist der Versuch, verloren gegangene Lebensräume der Insekten zu ergänzen und uns Menschen für Fragen der Umwelt zu sensibilisieren.

Die Ansiedlung der Insekten ist sehr wichtig für Tiefengrubens Streuobstwiesen. Sie helfen bei der Bestäubung der Blüten und tragen zur Verbesserung der Erträge bei. Jährlich stehen in der Obstblüte ca. 30 Bienenvölker bereit.

Angelegt wurde dieser Lehrpfad im Auftrag des Obstbauvereins Tiefengruben e.V.

Unterstützung bei der Erarbeitung gaben:
  • der Obstbauverein Tiefengruben e.V.
  • Dr. agr. Diplomgärtner Werner Schuricht
  • die Stadtverwaltung Bad Berka
  • die Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt
  • das Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt

Funktionen der Streuobstwiesen

1. Ökologische Funktion
  • Wertvolles Vernetzungselement zur Stabilisierung im Naturhaushalt
  • Waldähnliche Bodennutzung gegen Erosion
  • Regulation des Wasserhaushaltes, Klimaausgleich, Prägung des Lokalklimas
  • Verbesserung der Luftqualität
  • Schutz der Tier- und Pflanzenwelt durch die Erhaltung der Vielfalt an Arten und Individuen
  • Lebensraum (Biotop) einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) von Tieren und Pflanzen
  • Nahrungsquelle für Tiere: Insekten, Reptilien, Kleinsäuger, Vögel (Nist- und Rastplatz), Bienenweide
  • Obstbauliche Genreserve für Resistenzeigenschaften
 2. Ästhetisch- landeskulturelle Funktionen
  • Wichtiges Gestaltungselement zur Gliederung der Kulturlandschaft
  • Bewahrung historisch gewachsener Strukturen des bäuerlichen
    Lebens als Kulturgut
  • Erhaltung der strukturellen Vielfalt im Baumbestand: Alter, Arten, Sorten, Habitus, Abstand
3. Volkswirtschaftliche & sozialökonomische Funktion
  • Erholungs- und Freizeitwert in der Nähe von Ballungsräumen
  • Windschutz und Schattenspender für Wanderer in frei zugänglicher Natur
  • Bildungs- und Erziehungswert durch Verfolgung der
    Obstentwicklung im Jahreslauf
  • Sinnvolle Freizeitnutzung
  • Grundlage für Nebenerwerb
  • Basis für Produktvielfalt: Wirtschafts-, Most-, Brenn- und Tafelobst